Bondage

23.09.2016 18:59

Der Begriff Bondage stammt aus dem Englischen und bedeutet so etwas wie Unfreiheit oder Knechtschaft und bezeichnet innerhalb der BDSM-Szene Praktiken zur Fesselung oder Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Das Ziel von Bondage ist, auch wenn man es sich auf dem ersten Blick vielleicht nicht vorstellen kann, in erster Linie die sexuelle Stimulation. Manchmal wird Bondage auch aus ästhetischen oder anderen Gründen, wie Konzentration eingesetzt. Wer sich schon mal Bilder von aufwändigen Bondage Fesselungen angeshaut hat, wird erkennen, dass es schon wirklich teilweise Kunst ist.

Bondage

In der Abkürzung BDSM steht Bondage für den Buchstaben B. BDSM setzt sich zusammen aus Bondage & Disziplin, Dominanz & Submission, Sadismus & Masochismus. Bondage spielt in allen diesen Bereichen eine Rolle, kann aber auch für sich allein angewendet werden. Genau wie in allen anderen Bereichen des BDSM gibt der Sub oder Bottom (unterlegene Part) die Macht freiwillig an den Dom oder Top (dominierende Part) ab. Dieser vereinbarte Zeitpunkt nennt sich Session oder Bondage Session. Es ist immer wichtig zu unterscheiden, dass diese Vereinbarung freiwillig unter den Beteiligten statt findet, nur so unterschiedet sich die erotische Fesselung rechtlich und ethisch von der Freiheitsberaubung oder Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Bondagesex

Bondage ist eine der bekanntesten Praktiken aus dem BDSM und wird vielfach mit anderen Praktiken kombiniert. Dabei reicht es vom einfachem Fesseln mit Handschellen oder Tücher beim Vanilla Sex bis hin zur professionellen Anwendung und Vorführung durch japanische Bondagekünstler. Wie schon erwähnt, ist es für manche Menschen, die sich fesseln lassen in erster Linie die sexuelle Eregung, die den Reiz ausmachen. Ein weiterer Punkt ist, dass es Menschen gibt, die nur durch das absolute Gefühl der Machtlosigkeit sich endlich entspannen können, bzw. frei fühlen. Nur so können sie sich auf ihr Innerstes konzentrieren und zur Ruhe zu kommen. Andere Menschen empfinden bei der Ohnmacht ein masochistisches Vergnügen. Die Gründe für den dominanten Partner zu fesseln, liegt meist im Vergnügen an der erotischen Unterordnung seines Partners und dem dabei empfundenen Gefühl der Macht. Im Sadomasochismus ist das Fesseln auch Mittel zum Zweck, um den Partner zu fixieren und schmerzhafte Handlungen zu vollziehen. Auch Optik und Gefühl können eine Rolle spielen. Fesselungen aus dem ästhetischen Empfinden heraus sind sehr häufig.

Die Grundvoraussetzung für eine Bondagesession ist wie bei jeder Art des BDSM absolutes Vertrauen zueinander. Der Passive muss ich darauf verlassen können, dass der Aktive nur soweit geht, wie es in Ordnung ist, ohne dass wirklich ernsthafte Verletzungen entstehen. Der Aktive muss dem Passiven vertrauen können, dass er auch ehrlich gesagt bekommt, wie weit er gehen darf. Beim Bondage sollte grundsätzlich auf die Sicherheit geachtet werden. Am besten legen Sie sich eine Verbandschere in Reichweite und bewahren Zweitschlüsseln für Schlösser und Handschellen sicher in der Nähe. Vermeiden Sie Fesselungen an Hals und Gelenken, um Ohnmachten und bleibende Nervenschäden zu verhindern.

Selfbondage

Eine besonders risikoreiche Sonderform des Bondage ist die Selbstfesselung. Selfbondage ist eine Art des Bondage, bei der eine Person sich selbst fesselt, um daraus sexuelle Befriedigung zu erhalten. Für ein möglichst authentisches Gefühl der Machtlosigkeit werden teilweise Zeitschaltuhren verwendet, Schlüssel in Eisblöcke eingefroren oder selbst entwickelte Gerätschaften angewendet, um die Fesselung innerhalb eines gewissen Zeitfensters nicht selbst wieder entfernen zu können. Beim Selfbondage wird eine der wichtigsten Regel missachtet, eine gefesselte Person niemals alleine zu lassen. Im Notfall kann sich der Gefesselte nicht selber befreien. Gerade Menschen, die sich gleichzeitig selbst das Atmen unterdrücken, um den Orgasmus zu verstärken, mussten in der Vergangenheit schon mit ihrem Leben bezahlen.

Bondage Sex

Es gibt beim Bondage mehre Techniken, die unterschieden werden.

  • Zusammenbinden von Körperteilen (Handschellen oder Seilen)
  • Festbinden an andere Gegenstände (Andreaskreuz, Streckbänke, Stühle oder Tische)
  • Bewegungseinschränkung (Fesselrock, Korsett)
  • Auseinanderspreizen des Körpers oder von Körperteilen (Andreaskreuz oder mit Spreizstange)
  • Aufhängen des Körpers (Hängebondage oder Suspension bondage)
  • Einpacken oder Einwickeln einzelner Körperteile oder des ganzen Körpers in Stoff, Klebeband oder Frischhaltefolie.
  • Verwendung eines Fesselsacks oder Vakuumbetts (auch Mumifizierung genannt)

Bondage ist ein sehr vielschichtiges Gebiet, was in unterschiedliche Arten eingeteilt werden kann.

Zweckbondage

Bei dem Zweckbondage geht es darum, den Partner zu fixieren, um ihn z.B. für ein nachfolgendes Spanking bewegungsunfähig zu machen.

Zierbondage

Für ein Zierbondage bedarf es sehr viel Erfahrung, da hier ganz bewusst ein bestimmtes Bild mit den Seilen geschaffen werden soll.

Folterbondage

Folterbondage hat das Ziel, den Bottom in eine unangenehme oder gar schmerzhafte Lage zu bringen, entweder als Strafe oder eigenständiges Element des sexuellen Spiels.

Meditative Form

Außenstehende können das oft nicht verstehen, aber Bondage kann durchaus auch etwas entspannendes, meditatives haben. Der geistige Zustand des Bottom steht dabei im Mittelpunkt des Interesses.


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