Veganer & die Welt

06.09.2013 08:41


Das leisten Veganer für unsere Welt


Vor einigen Jahren waren Veganer den meisten Menschen noch fast gänzlich unbekannt. Einen Veganer in seinem

Umfeld kannte nahezu niemand. Heute werden Veganer nach wie vor von vielen noch belächelt, von anderen gar

abgelehnt und ausgegrenzt. Doch auch die Anerkennung wächst. Das Wort vegan  tritt uns in den Medien immer häufiger

gegenüber. „Vegan Challenges“,  in deren Verlauf Menschen für wenigstens begrenzte Zeit vegan leben, werden vielerorts

ausgerufen. Vegane Celebreties sind im angloamerikanischen Bereich im Kommen. In Deutschland erreicht der vegane Koch 

Attilla die Bestsellerlisten und tritt uns immer öfter im Fernsehen gegenüber.

Was aber tun Veganer für unsere Welt, dass sie diese Aufmerksamkeit verdienen? „Vegan lebende Menschen geben die

begründete Hoffnung  auf eine bessere Welt“.  Dies ist nach unserer Einschätzung die wohl treffenste Antwort: Grausamkeiten

gegen Mensch und Tier prägen unsere Gesellschaften allerorts. Wie sollte, wie könnte sich dies ändern, wenn für unsere tägliche

Ernährung der Akt des Tötens unverrückbar festgeschrieben wäre? Wenn wir für immer, um selbst zu leben, unzählige andere Wesen,

die leiden können, züchten, halten, ausbeuten, transportieren und schlachten würden? Wenn wir ohne Ende in Sicht eine weltweite

Bürokratie des Tötens, Ausnehmens, Transportierens,

Zubereitens und Verzehrens von Tieren, ihrer Körper und Körperbestandteile weiterbetreiben oder gar perfektionieren würden? 

Was ist das für eine Gesellschaft, wo ein paar Milliarden Menschen auf dem Rücken von Abermilliarden Tieren leben,

deren Lebenswert sie auf  ihr Fleisch reduzieren und denen sie ein Leben wie die Hölle auf Erde bereiten? „Es gibt viele

Wege nach Rom“, aber einen Weg der Nutztierhaltung und Tiertötung, der ohne Leid und Grausamkeit auskommt,

den gibt es nicht. Wir können versuchen, Leid zu kaschieren oder vielleicht sogar wirklich Leid  etwas zu mindern, 

wie es die Protagonisten eines bewussten Fleischkonsums oder der Bio-Nutztierhaltung propagieren.  Die Schlachthöfe

würden dann jedoch fortbestehen. Wer aber, der noch nicht gänzlich abgestumpft ist, fühlt sich in einem Schlachthof wohl?

Wer von uns würde sein Schinkenbrötchen weiter genießen, wenn er zuvor einem hilflosen Tier den Hals aufschneiden müsste?

Können wir wirklich zufrieden sein, wenn wir wissen, dass nebenan hinter Mauern tagtäglich unzähligen wehrlosen Tieren

auf leidvolle Art und Weise das Leben genommen wird, damit wir an ihr Fleisch, ihr Blut und ihre Haut herankommen?

Genügt es uns, die Augen zu schließen und uns einzureden, das alles könne ja auf artgerechte und respektvolle Weise

geschehen? Würden wir es als einen respektvollen Umgang bezeichnen, wenn man uns vergleichbar behandelte?

Veganer als Modelle

Veganer machen durch ihre eigenes Beispiel deutlich, dass wir nicht auf halbem Weg stehen zu bleiben brauchen,

sondern dass wir die Grausamkeit und das Leid, welche dadurch entstehen, dass wir uns von Fleisch, Milch und Eiern

ernähren, komplett beenden können.  Wir brauchen keine eigene Berufsgruppe, die ihr Geld damit verdient, Tiere zu töten,

ihre Körper zu zerteilen, Extremente und Organe zu entfernen, damit uns der Rest als genießbar und schmackhaft

vorgesetzt werden kann.

Wir brauchen keine Tierhenker und Schlachthäuser. Wir brauchen nicht weltweit Milliarden an männlichen Hühnerküken ohne

Betäubung zu schreddern oder zu vergasen, damit wir die gebratenen Eier, also die Menstruationsprodukte ihrer überlebenden

weiblichen Geschwister, essen oder ihre flüssigen Eier in unsere Kuchen und Desserts hineinrühren können. Wir können

aufhören, tagein tagaus Kühe zwangsweise zu schwängern, ihnen die Kinder zu entreißen, um ihre Milch zu trinken,

die für Kuh-Babys, nicht für erwachsene Menschen bestimmt ist. Wir brauchen nicht eine Billionen Fische aus den Meeren

zu holen, ihnen einen grausamen Tod unter Atemnot zu bereiten und dabei in den Weltmeeren eine Spur zu Verwüstung zu

hinterlassen, um uns zu sättigen.

Wir können von einem auf den anderen Tag, auf all diese Qualprodukte verzichten und uns stattdessen gesund, ausgewogen,

friedfertig und umweltverträglich mit pflanzlicher Kost ernähren. Wir können durch vegane Ernährung das Tierleid beenden,

unsere Umwelt schonen und  die Abschaffung des Welthungers fördern – unserer Nutztiere essen mehr Getreide und Soja als

wir zur Ernährung der gesamten Weltbevölkerung bräuchten.

Gleichzeitig können wir, indem wir vegan leben, so unseren Kindern Mitgefühl, Fürsorge und Barmherzigkeit lehren, die

die personalen Voraussetzungen für eine friedfertige und mitmenschliche Gesellschaft sind. Wir können unseren

Kindern die Schizophrenie ersparen, dass es Tiere zum lieb haben und Tiere zum essen geben soll. Wir können uns und

ihnen aufzeigen, dass es nicht richtig, sondern immer  falsch ist, anderen Menschen oder Tieren aus rein egoistisches 

Gründen und völlig unnötig Leid zuzufügen und ihnen den Lebenswert abzusprechen.

Es mag illusionär erscheinen, aber Veganer beweisen, dass es möglich ist.  Es ist möglich und es wird heute immer 

einfacher, vegan zu leben. Es bedarf nur der Einsicht und der Bereitschaft, das eigene Verhalten ein klein wenig zu ändern,

um so diese Welt grüner, friedfertiger und mitmenschlicher zu machen.

Es hat nichts mit Extremismus zu tun, sich von Pflanzen zu ernähren. Extrem ist nicht die vegane Ernährung, sondern

extrem ist die Tötung eines Tieres, um sein Fleisch zu essen, ebenso wie die Zwangsschwängerung von weiblichen

Tieren und der Raub ihrer Kinder, um ihre Milch zu trinken, extreme Handlungen sind. Tiermilch ist wie weißes Blut,

was wir vergießen.  Reismilch, Hafermilch, Dinkelmilch, Sojamilch  und Mandelmilch sind pflanzliche Getränke

des Lebens, für die wir niemanden zwangsschwängern und für die wir keine Tierkinder rauben und töten müssen.

Der Zuspruch, die Faszination und die Begeisterung, die die vegane Lebensweise zunehmend erfährt,

beruht darauf, dass hier Menschen zeigen, dass wir ohne Blut vergießen leben können. Veganer beweisen,

dass wir das Leid, was wir durch den Konsum von Tieren erzeugen, vermeiden können. Es ist Gier

und wahnartige Überzeugung, zu glaube, wir brächten das Fleisch, die Milch und die Eier anderen Tiere, um zu leben.

Der weltweite Trend ist pro-vegan. Die Nachfrage nach pflanzlichen Produkten steigt und das Angebot ist wachsend.

Wenn es erst gelingt, die aktuell geforderteDeklaration von Lebensmitteln als nicht-vegetarisch, vegetarisch und vegan

durchzusetzen (die Aussichten stehen gut), werden die noch nicht vegan lebenden Menschen erkennen, dass es für jedes

Tierqualprodukt  eine ebenso gut schmeckende und sogar gesündere Alternativen auf der Grundlage pflanzlicher Lebensmittel

gibt – von der Sachertorte bis zum Steak.

Auch wenn derzeit noch an Fleisch- und Tierkonsum gesellschaftlich festgehalten wird, befindet sich die Tierausbeutungsindustrie

in den westlichen Industrieländern längst nicht mehr in der Offensive, sondern im Abwehrkampf, weshalb sie vermehrt auf Länder

der sogenannten Dritten Welt ausweicht. Ein Ende in den westlichen Industrieländern würde sie aber auch in der

dritten Welt langfristig nicht überleben.

Immer mehr Veganer machen es immer mehr deutlich, dass uns ein Leben auf der Basis pflanzlicher Nahrung nicht überfordert,

sondern erforderlich ist, wenn wir einen Beitrag für eine bessere Welt leisten wollen. Es gibt Grund zur Hoffnung, dass dieser

Beitrag gelingen wird.


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