Sojabohnen

19.08.2016 12:14

Die Sojabohne gehört, wie ihr Name schon vermuten lässt zu den Hülsenfrüchten. Bei uns ist die Sojabohne zwar in erster Linie als Fleischersatz in Form von Tofu oder auch als Sojasprossen bekannt, aber weitaus mehr Menschen konsumieren Sojabohnen, als sie sich vorstellen können und zwar über einen indirekten Weg. Denn Sojabohnen werden in erster Linie für die Viehmast und Industrie produziert, als für den menschlichen Verzehr. Ihren Ursprung hat die Sojabohne in Asien, wobei sie mittlerweile auch in unseren Gebieten, ja sogar in Deutschland und Österreich angebaut wird und das sogar in Bioqualität.

Es lohnt sich gerade bei Sojaprodukten wie Miso, Tofu und Tempeh auf Bio-Ware zurück zugreifen, da es leider schon stimmt, dass ein Großteil des angebauten Sojas gentechnisch verändert wurde, um ihm verschiedene Eigenschaften wegzuzüchten. Dieser Gen-Soja landet dann aber in den unterschiedlichen Einsatzgebieten, in denen Sojabohnen verwendet werden und eben indirekt beim Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Produkten über die Futtertröge.

Sojabohnen haben im Vergleich zu ihren Verwandten Hülsenfrüchten mehr Fett (20 %) und ihr Protein ist dem von tierischem Protein vergleichbar. Dennoch werden nur ca. 2 % der Sojaernte von Menschen verzehrt. Der Großanteil der Sojaernte wird zur Gewinnung von  Sojaöl eingesetzt, was in erster Linie als Lebensmittel, aber auch für die Produktion von Biodiesel verwendet wird. Der Sojakuchen (der Rest, der nach der Trennung übrig bleibt) wird wegen des hohen Eiweißgehalts zu 98 Prozent in der Tierproduktion verfüttert. Lebensmittel aus Sojabohnen sind aufgrund ihres Aminosäureprofils gerade für Veganer und Vegetarier ein hervorragender Ersatz für Fleisch, da sie so mit ausreichend Protein versorgt werden. Gerade für Sportler wie vegane Bodybuilder und weitere Kraftathleten bildet Tofu eine gute Möglichkeit ihren Proteinbedarf zu decken. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings der höhere Fettgehalt, was je nach Diätplan zum Problem werden kann.

Sojabohnen und die Hormone

Sojabohnen sind reich an sogenannten Phytoöstrogenen (pflanzlichen Verbindungen mit hormonähnlicher Wirkung). Der Hauptvertreter, sind die Isoflavone Genistein und Daidzein. Diese beiden Phytoöstrogene wurden vor allem mit der niedrigeren Rate von Gefäßkrankheiten wie der koronaren Herzkrankheit in ostasiatischen Ländern in Verbindung gebracht, wo Soja in viel höheren Mengen konsumiert wird, als in Westeuropa und den USA. Übrigens treteten auch Tumorerkrankungen wie Brustkrebs und chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen in diesen Ländern auf. Ob das allerdings wirklich an dem Verzehr von Sojaprodukten liegt, sei noch unklar. Bei Männern steht oft der Verdacht, dass durch den Verzehr von Sojaprodukten durch die Phytoöstrogene eine Verweiblichung stattfinden kann.

Sojabohnen Nährwerte auf 100 g

Eiweiß 34,3 g
Wasser 8,5 g
Fett 18,3
Kohlenhydrate 6,3
Ballaststoffe 22,0 g

Sojabohnen Mineralstoffe

Natrium 5 mg
Kalium 1800 mg
Magnesium 220 mg
Calcium 200 mg
Mangan 2,7 mg
Eisen 6,6 mg
Kupfer 1,2 mg
Zink 4,2 mg
Phosphor 550 mg

Sojabohnen Vitamine

Retinol (Vit. A1) 65 µg
Thiamin (Vit. B1) 1000 µg
Riboflavin (Vit. B2) 460 µg
Nicotinsäure (Vit. B3) 2600 µg
Vitamin B6 1000 µg
Folsäure 240 µg
Vitamin E 1500 µg


Sojabohnen Aminosäuren

Arginin1 2360 mg
Histidin1 830 mg
Isoleucin 1780 mg
Leucin 2840 mg
Lysin 1900 mg
Methionin 580 mg
Phenylalanin 1970 mg
Threonin 1490 mg
Tryptophan 450 mg
Tyrosin 1250 mg
Valin 1760 mg

Sojasprossen

Was bei uns in Deutschland oft fälschlicherweise als Sojasprossen bezeichneten wird, sind meistens Keime der Mungbohne. Diese Sprossen werden übrigens in den meisten Ländern Asiens verwendet. Echte Sojasprossen werden aber auch in der Chinesischen und Koreanischen Küche verwendet.

Aber Sojaöl findet noch in vielen anderen Bereichen seinen Zweck, als auf dem Esstisch

  • Herstellung von Biodiesel und Sojamethylester
  • schnell trocknendes Öl zur Herstellung von Alkydharzen, Anstrichfarben, Spachtelmassen und Druckfarben
  • Verlängerung der Wirkdauer ätherischer Öle, wie z.B. Geranienöl
  • Verwendung in Kosmetik- und Körperpflegemittel
  • Wirkstoffträger für lipidlösliche Pflanzeninhaltsstoffe und Vitamine
  • Grundlage für Badeöle und Cremes

Kommentare

Viele schimpfen zwar über Sojabohnen etc., aber wenn man es nicht übertreibt und nur auf Bio-Produkte zurückgreift sind Lebensmittel aus Sojabohnen echt klasse. Ich bestell immer gerne bei euch Bio-Tofu und Bio-Sojamilch und bei uns in der WG hat nie einer Probleme mit der Verdauung oder so.

Vanessa K., 17.09.2016 10:29
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