Tofu

19.08.2016 11:03

Tofu wird bereits seit über 2000 Jahren in der asiatischen Küche verwendet. Bei uns konnte der Sojaquark aber erst in den letzten Jahren einen Hype auslösen, wo er dank kreativer Rezepte endlich seine Liebhaber fand. Die Herstellung von Tofu nahm übrigens besonders im 8. Jahrhundert stark zu, insbesondere dank der Verbreitung des Buddhismus. Da sich Buddhisten vegetarisch ernähren, stellt Tofu auch heute noch für sie ein gesundes und nahrhaftes Lebensmittel dar. Wenn man allerdings Menschen, die noch nie zuvor Tofu probiert haben, vorschlägt mal Tofu zu essen oder gemeinsam zu kochen, erntet man in der Regel keine Begeisterung. Denn Tofu sollte wirklich schmackhaft zubereitet werden, dann kann man aber auch davon ausgehen, dass er neue Freunde gewinnen wird.

Tofu und seine Herstellung

Zur Herstellung von Tofu werden Sojabohnen, die vorher eingeweicht wurden, mit Wasser zu einem feinen Püree vermahlen. Anschließend wird dieses Püree filtriert, wodurch sich die festen Faserbestandteile vom flüssigen Anteil trennen. Der flüssige Teil wird auch als Sojamilch oder auch Sojadrink im Handel angeboten und stellt gerade für Veganer und Menschen, die unter Laktoseintoleranz leiden eine hervorragende Alternative zum trinken, kochen und backen dar. Für die Tofuherstellung wird die Sojamilch durch die Zugabe von natürlichen Gerinnungsmitteln zum Stocken gebracht. Dabei entsteht ausgeflocktes Sojaeiweiß und Sojamolke. Das Sojaeiweiß wird dann zu den typischen Blöcken gepresst und im Anschluss vakuumverpackt und pasteurisiert. Dank der Ähnlichkeit zur Herstellung von traditionellen Milchprodukten hat der Tofu auch seinen Beinamen wie Sojaquark oder auch Sojakäse. Tofu wird übrigens im asiatischen Raum auch mit Fleisch oder Meeresfrüchten kombiniert, während er hier gerade von Veganer und Vegetariern als Proteinquelle geschätzt wird.

Übrigens unterscheidet sich die chinesische Herstellung von Tofu von der Japanischen. In der japanischen Tofu-Herstellung wird als Gerinnungsmittel Nigari benutzt, was aus Meerwasser gewonnen wird und eine Vielzahl an Mineralsalzen enthält. Hier ist insbesondere das Magnesiumchlorid, dass im Nigari steckt, für die Gerinnung verantwortlich. In China wurde ursprünglich vor allem Calciumsulfat, also gereinigter Gips verwendet. Da die Gerinnungsmittel sich unterschiedlich auf die Konsistenz ausüben, wird heutzutage in der industriellen Herstellung häufig eine Kombination aus verschiedenen Gerinnungsmitteln benutzt.

Seidentofu

Seidentofu ist eine besondere Form von Tofu, die besonderes weich ist, da die Tofumasse nicht weiter gepresst wurde. Die Konsistenz von Seidentofu erinnert sehr an Pudding. Wird der Seidentofu wie in Japan zu einem Gericht gereicht, wird zur Verfeinerung meistens eine hochwertige Sojasauce oder ein kräftiges Dressing verwendet. Seidentofu ist auch eine hervorragende Basis für viele leckere Süßspeisen, wie vegane Torten und Desserts. Dank seines Proteinanteils bildet der Seidentofu eine perfekte Basis für vegane Proteinshakes.

Eine weitere köstliche und herzhafte Variante ist der Räuchertofu. Dieser Tofu ist nochmal fester, da der Räuchertofu durch das heiße Räuchern mehr Wasser verliert. In kleine Würfel geschnitten und angebraten ist er eine wunderbare Basis für herzhafte Saucen. In Scheiben angebraten ist er als Brotbelag für herzhafte Sandwiches sehr lecker. Durch die Zunahme von immer mehr Menschen, die sich fleischlos ernähren, kamen in den letzten Jahren zudem immer mehr verarbeitete Fleischersatz-Produkte auf Tofu-Basis auf den Markt, wie zum Beispiel vegetarische Würstchen etc.

Tofu Rezepte

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Tofu marinieren

Viele Menschen bemängeln am Tofu den neutralen Geschmack. Das ist allerdings ein entscheidender Vorteil, denn Tofu kann durchs marinieren wirklich jeden Geschmack annehmen. Sehr häufig wird der Tofu mit einer Marinade aus geschmacksintensiven Zutaten wie Knoblauch, Chili, Curry, Ingwer, Sojasauce, Limettensaft, Kokosmilch oder braunem Zucker mariniert. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Jeder Koch hat sein persönliches Geheimrezept einer köstlichen Marinade. Wer möchte kann den Tofu sogar süß zubereiten.

Tofu braten

Wenn marinierter Tofu in heißem Öl gut angebraten wird, bildet er eine schmackhafte Kruste und wird mit der richtigen Beilage ein absolutes Gedicht. Gebratener Tofu schmeckt sehr gut als herzhafter Eintopf wie Chili sin Carne oder als asiatisches Wokgericht. Auch hier gilt wieder, dass gebratener Tofu wirklich sehr vielseitig ist. Außerdem kann Tofu gebacken und gegrillt werden oder in Würfel geschnitten als Einlage für asiatische Suppen dienen.

Tofu kaufen

Tofu wird hier bei uns meistens vakumverpackt angeboten. Wenn nicht der ganz Block Tofu verbraucht wird, legen Sie den Tofu am besten in eine Frischebox, in der Sie den Tofu immer mit frischem Wasser bedecken. Schließen Sie die Box und lagern Sie den Tofu immer im Kühlschrank und mit Wasser bedeckt. Vor der Verwendung tupfen Sie den Tofu kurz trocken. Sollten Sie den Tofu erneut lagern, verwenden Sie wieder frisches Wasser. So hält sich der Tofu ca. 4 Tage. Sollte der Tofu nicht mehr frisch sein, entwickelt er einen unangenehmen Geruch. Übrigens kann Tofu auch eingefroren werden, bekommt nach dem Auftauen aber eine poröse, weichere Konsistenz.

Ist Tofu gesund?

Tofu wird vor allem für sein Protein geschätzt, dabei enthält er ebenfalls viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Das Sojaprotein ist für den Menschen besser verwertbar, als die meisten anderen pflanzlichen Proteine, da er alle essentiellen Aminosäuren enthält. Auch bei Tofu kann die biologische Wertigkeit von Proteinen durch die Kombination mit Getreideprodukten wie Reis oder Haferflocken gesteigert werden. Tofu ist außerdem mit 2,5 mg/100g eine gute Quelle für Eisen. Auch wenn pflanzliches Eisen (sogenanntes Häm-Eisen) zwar weniger gut verwertbar für den Körper ist, kann die Eisen-Aufnahme durch Kombination einem Spritzer Zitronensaft oder anderen Vitamin C-haltigen Lebensmitteln erhöht werden. Tofu enthält einen hohen Anteil an Isoflavonen, sogenannten Phytoöstrogenen oder auch pflanzliches Östrogen genannt. Dem hohen Soja-Konsum, wie z. B. in Japan, wird dank der Phytoöstrogene und der günstigen Proteinzusammensetzung mit einer höheren Lebenserwartung in Zusammenhang gebracht. Ein weiterer wichtiger Ansatz ist, die niedrigere Rate von Brust- und Prostatakrebs. Das Sojaprotein senkt die Werte des schädlichen LDL-Cholesterins im Körper, was die Entstehung von koronaren Herzerkrankungen wie Arteriosklerose vermindern kann. Unverarbeiteter Tofu ist zudem von Natur aus laktose-, gluten- und cholesterinfrei. So ist er auch ein wunderbares Lebensmittel für Menschen mit einer Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)

Tofu ungesund

Leider hat Tofu nicht unbedingt immer einen guten Ruf, wobei ihm doch sehr Unrecht getan wird. Sobald Produkte aus Sojabohnen nur erwähnt werden, kommt häufig das Argument, dass sie aus gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnen werden und Regenwald in Südamerika für den Anbau von Sojabohnen zerstört wird. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass Die Benutzung von gentechnisch veränderten Rohstoffen laut EG-Bio-Verordnung verboten ist. Glücklicherweise wachsen Sojabohnen auch hier bei uns in den Breitengraden und dass sogar in Bio-Qualität.


Kommentare

Tofu ist für mich immer noch der beste Fleischersatz. Dabei seh ich ihn gar nicht als Fleischersatz in dem Sinne von Geschmack, sondern eher im Sinne von der Zubereitung von Tofu.

Daniela B., 17.09.2016 10:33
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